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„Ordnung aus Unordnung“ heißt das berühmt gewordene Prinzip des Kybernetikers Heinz von Foerster. Was heute unter Stichworten wie Netzwerkdenken, Selbstorganisation, Chaos und Synergetik verhandelt wird, ist im wesentlichen Turbulenzforschung. Wobei anzunehmen ist, dass Turbulenz die Voraussetzung für das Entstehen von Ordnung sei. Und: Wo Turbulenzen, Nicht-Linearitäten, Katastrophen, negative und positive Rückkopplungen als Instrumente eines theoretischen Verständnisses von Unternehmen einerseits und wirtschaftlichen Prozessen andererseits akzeptiert werden, entsteht ein paradoxer Moment: die hochgetriebenen Abstraktionen der Theorien erscheinen erstaunlich praxisnah. Eine Zeitschrift, die solchermaßen Rückkopplungen zwischen theoretischer Abstraktion und Praxisnähe erkundet, ist also im besten Sinne Turbulenzforschung. Allerdings rechnet ein Forschungsorgan, das sich zugleich als „Revue“ bezeichnet, nicht damit, mit neuen Erkenntnissen überraschen zu können – im Gegenteil. Was man hier zu lesen und zu sehen bekommt, hat man alles schon einmal gesehen. Wir möchten aber dazu anregen, noch einmal hinzuschauen, getreu der Aufforderung von Heinz von Foerster: „Bitte nie zu sagen ‚das ist langweilig, das kenne ich schon’. Das ist die größte Katastrophe! Immer wieder sagen, ‚ich habe keine Ahnung, ich möchte das noch einmal erleben’ “. Differenzen bei der Arbeit beobachten – schließlich gilt uns die Revue nicht als Forum, in dem sich festhalten lässt, was sich dogmatisch bewährt hat, sondern als Forum, das die gerade noch hilfreichen Unterscheidungen daraufhin überprüft, was sie taugen und was nicht. Idealerweise lassen sich so turbulenzforschende Autoren in Leser und Leser in turbulenzforschende Autoren verwandeln. Fühlen Sie sich eingeladen, mitzumachen.
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  Quellentexte
1 „Turbulenzforschung“, in: Dirk Baecker, Postheroisches Management.
   Ein Vademecum, Berlin 1994
2 Dirk Baecker, Editorial, in: Revue für postheroisches Management,
   hg. von Dirk Baecker, Fritz B. Simon, Rudolf Wimmer, Heft Nr. 1

Weiterführende Bibliografie
1 Dirk Baecker/Alexander Kluge, Vom Nutzen ungelöster Probleme, Berlin 2003
2 Michael Flämig, Naturwissenschaftliche Weltbilder in Managementtheorien:
  Chaostheorie, Selbstorganisation, Autopoiesis, Frankfurt 1998


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